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Murkel lernt europäisch Seit dem 1. August 2013 läuft im Kinderhaus 1 des Murkel e.V. ein europäisches COMENIUS-Projekt mit dem Titel: Beobachten und Darstellen von individuellen Entwicklungsprozessen

Seit dem 1. August 2013 läuft im Kinderhaus 1 des Murkel e.V. ein europäisches COMENIUS-Projekt mit dem Titel:

Beobachten und Darstellen von individuellen Entwicklungsprozessen

Vergleich länderspezifischer und kultureller Eigenarten im Hinblick auf den inneren Bildungsplan

Zusammen mit zwei Partnern, dem Kinderhaus Montessori.coop in Südtirol und dem Rubenshof in Österreich, wird bis zum Juli 2015 das von der EU-Kommission geförderte Schulpartnerschafts-programm durchgeführt. Im Mittelpunkt des Projekts stehen gegenseitige Besuche in den drei Kinderhäusern und der intensive Austausch über die Beobachtung und Dokumentation von Lern- und Entwicklungsprozessen der Kinder.

Entstanden ist die Idee zu einem solchen Projekt in der Folge des europäischen Bildungskongresses in Bregenz im Jahr 2008. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung wurde ebenfalls von der EU-Kommission im Rahmen des COMENIUS-Lehrerfortbildungsprogramms bezuschusst.

Konkreter wurden die Planungen dann im Vorfeld des nächsten AdZ-Kongresses  im Oktober 2011, bei dem erste Kontakte zu einem Montessori-Kinderhaus in Wien geknüpft wurden. Über diese Kontakte ergab sich die Verbindung mit dem Kinderhaus Montessori.coop in Bozen.

Ein erstes gemeinsames Treffen der drei Einrichtungen fand im Januar 2012 in Bozen statt, hier wurden die Grundlagen des Projekts erarbeitet und in der Folge ein Projektantrag an die EU-Kommission formuliert. Leider musste das Kinderhaus in Wien aber kurzfristig auf eine Teilnahme am Projekt verzichten, ein neuer Partner musste gefunden werden. Der Rubenshof in Berg im Attergau, hatte schon länger Kontakt mit dem Kinderhaus in Bozen und sprang, ohne lange zu überlegen, ein. Für den Projektzeitraum 2012 bis 2014 wurde der Antrag im Februar 2012 eingereicht, zu unserem großen Bedauern ist er aber, trotz guter inhaltlicher Bewertung, aus formalen Gründen abgelehnt worden.

Davon ließen wir uns aber nicht unterkriegen und beschlossen sofort, den Antrag ein Jahr später erneut einzureichen. Dadurch blieb Zeit, die Partner aus Österreich noch vor Projektbeginn kennen zu lernen. Im Januar2013 waren eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Rubenshofs zu Besuch in Siegburg und haben sich die Arbeit im Murkel angesehen. Der Projektantrag ist überarbeitet worden und im Februar 2013 dann erneut eingereicht worden.

Ende Juni kam dann endlich die freudige Mittteilung: Das Projekt ist genehmigt! 

Alle drei an dem Projekt beteiligten Kinderhäuser sind Elterninitiativen und haben eine sehr ähnliche Geschichte. 

Der Rubenshof ist eine Einrichtung des im Herbst 1992 gegründeten und eingetragenen Vereins ‚Mit Kindern wachsen – Initiative für aktives und offenes Lernen‘ mit Sitz in Oberösterreich. Neben der Kindergruppe wird von der Elterninitiative eine Dorfschule mit Öffentlichkeitsrecht (anerkanntes Abschlusszeugnis) für Kinder von der 1. - 8. Schulstufe und regelmäßige Erwachsenenbildung betrieben. Seit 2010 gibt es zusätzlich eine Spielraumgruppe für Kleinkinder.

Die altersgemischte Kindergruppe für maximal 15 gleichzeitig betreute Kinder im Alter von 18 Monaten bis zum Schuleintritt wird derzeit durch Platzsharing von 20 Kindern regelmäßig besucht.  Im Unterschied zu vorhandenen öffentlichen Einrichtungen wurde von Beginn an die Möglichkeit der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren - der Altersgrenze für Kindergärten in Österreich -  sowie die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen angeboten.

Mit der Übersiedlung in die von der Elterninitiative erworbene Liegenschaft, eine ehemalige Landwirtschaft, konnte der für die Kinder immer schon wichtig gesehene Kontakt zu umgebender Natur weiter ausgebaut werden, und die aus Montessori-Material, Hengstenberggeräten und kleinkindgerechter Einrichtung bestehende vorbereitete Umgebung durch waldpädagogische Angebote und einen großen, ständig nutzbaren Außenbereich ergänzt werden. Es ergeben sich durch die enge Zusammenarbeit mit der im selben Gebäude untergebrachten und nach den gleichen pädagogischen Konzepten geführten Dorfschule weitere Möglichkeiten zur Begleitung der Kinder. 

Montessori.coop ist eine Sozialgenossenschaft, die aus dem 1999 als Elterninitiative gegründeten Verein ‚Die Pfütze‘ hervorgegangen ist. Sie ist Träger eines Kindergartens mit Öffentlichkeitsrecht und einer Schule für die Jahrgangstufen 1 bis 8. Neben diesen Tätigkeiten ist die Sozialgenossenschaft auch im Bereich der Fort- und Weiterbildung aktiv und organisiert zahlreiche Kurse und Seminare für Eltern und pädagogische Fachkräfte.

Kindergarten und Schule befinden sich in ländlicher Gegend in Kohlern (einem Bergweiler der zur Stadt Bozen gehört) - sie sind dort in einem angemieteten Gebäude untergebracht. Der Kindergarten wird zurzeit von 15 Kindern, die Schule von 25 Kindern besucht. Die Kinder werden dort von Montag bis Freitagvormittag (mit einem zusätzlichen Nachmittag für die Schulkinder) von fünf ausgebildeten Fachkräften (Montessori-Pädagogen), sowie einem Praktikanten und zwei Zivildienstlern betreut.

Der Kindergarten verfügt über einen Montessori -Raum, einem Rollenspielraum mit Bauecke, einem Sandzimmer, einen Bereich für kreative Tätigkeiten und einem Bewegungsraum. Ein- bis zweimal wöchentlich verbringen die Kinder den Vormittag im Wald. 

Das Projekt ‚Beobachten und Darstellen von individuellen Entwicklungsprozessen‘ wird in drei Phasen durchgeführt. Es beginnt mit einer Phase der Ist-Analyse. Die drei beteiligten Einrichtungen werden ihre Vorgehensweise bei der Beobachtung von individuellen Entwicklungsprozessen von Kindern beschreiben und hinterfragen. Daraufhin werden die unterschiedlichen Ergebnisse unter den Partnern ausgetauscht und reflektiert. Auf der Grundlage der Rückmeldungen der Partner werden dann die eigenen Beobachtungsinstrumente überprüft und ggf. ergänzt oder angepasst.

Parallel zu diesem Prozess werden verschiedene Themen zur individuellen Bildung  in den Teams bearbeitet und im Rahmen der Elternbildungskurse, die von allen Einrichtungen angeboten werden, weitergegeben.

Im Zentrum des Projekts steht das Bild vom kompetenten Kind, das seinen inneren Bildungsplan durch selbständiges und eigenverantwortliches Handeln entfalten kann. Die Kinder werden aktiv in die Dokumentation ihrer Entwicklung einbezogen, ihre individuellen Begabungen, Bedürfnisse und Interessen werden durch wertfreie Begleitung ihrer Tätigkeiten unterstützt.

Ziel des Projekts ist es eine für die jeweilige Zielgruppe (Schule, Eltern, Kind) aussagekräftige Entwicklungsdokumentation zu erstellen, die den Übergang in die Schulen erleichtert.

Durch den Vergleich länderspezifischer und kultureller Eigenarten der frühkindlichen Bildungssysteme sollen neue Anregungen für die eigene pädagogische Konzeption gewonnen werden.

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk ‚Archiv der Zukunft‘ soll eine breite europäische Öffentlichkeit über das Projekt erfahren und auf dem Kongress 2014 in Bregenz in die Diskussion einbezogen werden.

Die Eltern und die interessierte Öffentlichkeit werden über Inhalte des Projekts durch Berichte auf den Internetseiten der beteiligten Einrichtungen informiert. Im Verlauf des Projekts werden die Informationen auf einer eigenen Projekthomepage gesammelt und veröffentlicht. 

Wir freuen uns auf eine arbeitsreiche und interessante Zeit und viele neue und anregende Erfahrungen und Anregungen bei den Besuchen in Italien und Österreich.


 



Zuletzt geändert von   am 28 Aug 2013  um 11:02
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